Erfahrungsbericht Projekt All as One – Teil 1/2

Das Waisenahaus All As One – Die Lage vor Ort

Martina berichtet von ihrem Besuch des Waisenhauses
im August 2013 und der Lage vor Ort:

Als ich vor 3 Monaten meinen neuen Job als Controller anfing, sagte man mir im Jobinterview gleich zu Beginn, dass ich mindestens 2 mal im Jahr auf Geschäftsreise nach Sierra Leone fliegen müsste. Jetzt komme ich gerade von meinem 2. Besuch zurück, mit bleibenden Eindrücken. Meine Firma verschifft das Eisenerz, das dort entdeckt und abgebaut wird, und wir unterstützen die Gemeinden dort und versuchen etwas an das Land zurück zu geben, mit Beschäftigung, Spenden, Ausbildungsprogrammen etc.. Sierra Leone litt bis 2002 unter einem 10 Jahre dauernden Bürgerkrieg, die Lebenserwartung liegt bei 47 Jahren, und es ist eines der ärmsten Länder der Welt. Trotz zweistelligem Wirtschaftswachstum seit Entdeckung der Minen liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 65%, und die meisten haben keine Ausbildung.

In der Hauptstadt Freetown leben ca 1,2 Mio. Einwohner, 80% von ihnen in Wellblechhütten. Landesweit gibt es kein fließendes Wasser und die Stromversorgung steckt noch in der Entwicklung- in den Gegenden, die es sich leisten können angeschlossen zu sein, fällt mehrmals täglich der Strom aus. Während der Regenzeit von Mai bis September sind die wenigen asphaltierten Straßen überflutet, das Wasser wäscht durch die Heime der Menschen und nimmt Hab und Gut mit, das ins Meer gewaschen wird. 3 Tage vor meiner Ankunft brach mitten im Stadtzentrum eine Kolonialbrücke zusammen und ca. 15 Menschen wurden unter ihr begraben.
Auf dem Weg zum Büro morgens sahen wir Menschen, die sich in den offenen Abwasserrinnen die Zähne putzten. Die selben Rinnen oder auch Straßenecken oder Felsen am Meer werden als öffentliche Toiletten benutzt. Unsere Angestellten sagten, seit sie für uns arbeiten, hat sich ihr Leben verändert: sie können es sich leisten in eine bessere Unterkunft zu ziehen, ihre Familien zu unterstützen. Das Land leidet unter Korruption, was man im täglichen Leben dort mitbekommt und die wenigen Reichen werden immer reicher.

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