Verschiedene Stillpositionen sind deswegen so wichtig, damit Sie Ihre Brust nicht einseitig belasten. Beim Stillen übt nämlich die obere Zahnleiste Ihres Babys Druck auf Ihr Brustgewebe aus. Ein Druck der durch den Wechsel von Stillpositionen herabgesetzt werden kann. Außerdem fördern unterschiedliche Stillpositionen, dass Ihre Brust besser leer getrunken werden kann. Darüber hinaus ist es bei jeder Stillposition wichtig, dass Sie sich ausreichend Zeit zum Stillen nehmen und Ihrem Sprössling immer beide Brüste anbieten. Ersteres, um die Mutter-Kind-Beziehung zu stärken und letzteres, um ausreichend Muttermilch zu produzieren.
Nach dem Stillen sollten Sie Ihr Baby dann noch einige Zeit aufrecht halten, damit die im Bauch gesammelte Luft entweichen kann, das sogenannte „Bäuerchen“. Legen Sie auch ein Spucktuch über Ihre Schulter, da Ihr Baby mit dem Bäuerchen evtl. etwas Nahrung ausspuckt. Das Spucken kann normal sein, wenn Ihr Baby zum Beispiel zuviel gegessen hat. Dennoch sollten Sie in diesem Fall Ihren Kinderarzt befragen, um eine Erkrankung Ihres Babys auszuschließen.
Stillposition 1: Stillen im Sitzen
Setzen Sie sich auf einen Stuhl oder in einen Sessel, idealerweise mit Armlehnen. Legen Sie ein Stillkissen um sich und Ihr Baby auf das Kissen. Sichern Sie Ihr Baby mit einer Hand bzw. einem Arm. Der Körper Ihres Baby ist während des Stillens zu Ihnen gedreht und der Kopf Ihres Babys in Höhe Ihrer Brustwarzen. In dieser Stillposition bieten Sie Ihrem Kind Ihre Brust im C-Griff an und achten darauf, dass Ihr Baby bestmöglich den Warzenhof ansaugt. Beim C-Griff formt Ihre freie Hand ein „C“, der Daumen liegt dabei oberhalb und die anderen Finger unterhalb des Brustwarzenhofes.
Öffnet Ihr Baby den Mund, bringen Sie seine Unterlippe als erstes an Ihre Brust (unterhalb der Brustwarze) und „rollen“ Sie dann Ihre Brust auf die Zunge Ihres Babys. Ihr Baby umschließt letztlich den Warzenhof mit seiner Oberlippe. Wenn Sie Ihr Baby in dieser Stillposition richtig angelegt haben, sollten Sie ein leichtes Kribbeln mit den Saugbewegungen Ihres Babys verspüren. Wenn Sie Schmerzen haben, wiederholen Sie das Anlegen, um ggf. eine falsche Stillposition zu korrigieren. Sollte Ihr Baby den Mund nicht öffnen, können Sie mit Ihrer Brustwarze über die Unterlippe Ihres Babys streichen. Dies löst den Such- und Saugreflex Ihres Babys aus, so dass es den Mund öffnet.
Stillposition 2: Stillen im Liegen
Die „Stillen im Liegen“ Position ist eine beliebte Stillposition, da Sie recht entspannend für Mutter und Kind ist. Bei dieser Stillposition liegen Baby und Mutter auf der Seite, wobei Ihr Baby Sie ansieht. Während Sie den Po Ihres Babys festhalten, liegt das Köpfchen beim Stillen in Ihrer Armbeuge. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Baby beim Stillen zu wenig Luft bekommt, ziehen Sie seinen Po weiter zu Ihnen. Stützen Sie den Rücken Ihres Kindes zum Beispiel mit einem Kissen.
Diese Stillposition empfiehlt sich zum Beispiel in der Nacht, bei schmerzender Naht, zur Beckenboden- und Dammschonung. Achten Sie auch beim Stillen darauf, dass Ihr Kind soviel wie möglich vom Warzenhof Ihrer Brust im Mund hat, um wunde Brustwarzen zu vermeiden.
Beispielvideos für Stillpositionen
Nachfolgend zeigen wir Ihnen ein Beispielvideo von urbia.tv zu unterschiedlichen Stillpositionen. In dem Video werden unterschiedliche Stillpositionen gezeigt und gleichzeitig erläutert, wie Sie das Baby am besten halten:
