Erwarten Sie nicht nach einer Woche, dass sich bereits ein Stillrhythmus eingestellt hat. Ihr Baby ist nun mal einzigartig und braucht gewisse Zeit seinen Rhythmus zu finden.
In der ersten Zeit werden Sie Ihr Baby ungefähr 8-12 Mal in 24 Stunden am Tag stillen, sodass man eigentlich schon von einem Stillrhythmus sprechen könnte. In dieser Zeit stellt sich die Milchproduktion auf den Bedarf Ihres Kindes ein. Achten Sie in dieser Zeit darauf, dass Sie Ihrem Kind immer beide Brüste anbieten und Sie Ihr Baby solange stillen, wie es erforderlich ist, um seinen Hunger zu stillen. Sie vermeiden so Stillprobleme, die oft in der Anfangszeit und bei fehlendem Stillrhythmus auftreten.
Den Stillrhythmus finden - Stillen nach Bedarf
Um Ihren Stillrhythmus zu finden, sollten Sie darauf achten, wann die ersten Stillzeichen einsetzen, d. h. ab wann Ihr Baby anfängt zu schmatzen oder hungrig zu werden. Warten Sie nicht ab, bis Ihr Baby vor Hunger schreit! Auch sollten Sie nicht nach der Uhr stillen, sondern anfangs nach Bedarf. Und zwar dann, wenn Ihr Baby Hunger hat. Sie fördern somit, dass Ihr Kind seinen Schlaf-Wach-Rhythmus besser findet, nachdem sie sich gemeinsam ausrichten können.
In der Regel dauert es 6-8 Wochen bis Sie einen gemeinsamen Stillrhythmus gefunden haben, da in dieser Zeit die Verdauung und der Stoffwechsel Ihres Kindes ausreifen. Aber auch dieser dann gefundene Stillrhythmus ist nicht in Stein gemeißelt, da Ihr Baby auch Wachstumsphasen während der Stillzeit durchlebt. Phasen, in denen Sie Ihr Baby öfter stillen müssen, da es mehr Hunger hat. In diesen Phasen stellt sich der Stillrhythmus um und Ihre Brüste werden durch das häufigere Anlegen mehr Muttermilch produzieren.
Stillrhythmus und Trinkverhalten
Wie der Stillrhythmus ist auch das Trinkverhalten von Kind zu Kind unterschiedlich:
- Ihr Baby ist beim Stillen sehr aufgeregt und verliert kurz nach Erfassen wieder die Brust. Wütendes Schreien zur Folge müssen Sie Ihr Kind wieder beruhigen und erneut anlegen.
- Die „Gourmets“ probieren erst ein wenig und lassen die Brust wieder los, bevor sie sich dann genüsslich stillen lassen.
- Die „Ruhigen“ lassen sich Zeit und benötigen während dem Stillen kurze Pausen, ohne unbedingt von der Brust abzulassen.
- Die „Hastigen“ sind so hungrig, dass sie die Brüste in ca. 10-15 Minuten leer trinken und sich dann zufrieden anderen Aufgaben widmen.
Stellen Sie sich auf den Stillrhythmus und das Trinkverhalten Ihres Kindes ein und schenken Sie Ihm viel Liebe und Geborgenheit. Auch das Beruhigungsstillen gehört zum Stillen. So kann es durchaus sein, dass Ihr Baby nicht unbedingt Hunger hat, aber durch das Anlegen sein Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit gestillt wird.

